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Neues vom Netzwerk

Das Klimajahr 2022 im Überblick

Liebes Netzwerk,

vor dem Start ins neue Jahr wollen wir kurz innehalten und einen Blick zurückwerfen. Dabei wird für uns deutlich: Dieses Jahr ist verdammt viel passiert – sowohl mit Blick auf die Klimapolitik und die bereits fatalen Auswirkungen der Erderhitzung, als auch im Kleineren für uns als Netzwerk.

  • Im April haben wir gemeinsam mit unseren Kolleg:innen in Deutschland (auch von ihnen gibt es einen Jahresrückblick) eine Klimacharta veröffentlicht. Über 150 Medienschaffende haben diese bereits unterzeichnet, in Deutschland weitere 300. Unsere Charta war Vorbild für die französische Klimacharta, die dort in einigen Medien zu neuen Klima-Strategien führte.
  • Im Juli haben wir gemeinsam mit dem fjum ein Press Briefing zur Ernährungs- und Klimakrise veranstaltet, im November zur Weltklimakonferenz COP 27. Einige unserer Stammtische könnt ihr hier nachschauen. Ein weiteres Highlight war die Klimajournalismus-Summerschool, die im Juli gemeinsam mit dem fjum in Hallstatt stattfand. Hier konnten zwölf Nachwuchsjournalist:innen Erfahrungen im Klimajournalismus sammeln und veröffentlichten ihre Recherchen in verschiedenen Medien. Hier ein Rückblick.
  • Außerdem sind wir seit unserer Gründung im April 2021 gewachsen: Das Kernteam besteht mittlerweile aus zehn Journalist:innen und wir haben rund 50 Mitglieder. Unser Newsletter erreicht monatlich über 550 Menschen, auf Twitter folgen uns 2.350 Personen und auf Instagram 750. Auch ein neues Mastodon-Profil haben wir. Ihr findet uns hier.
  • Besonders viel Energie stecken wir aktuell in unseren Klima-Kodex. Einen ersten Entwurf haben wir im Oktober vorgestellt. Daran mitgewirkt haben Journalist:innen verschiedener Medienhäuser wie ORF, Falter, Standard, Kurier, Presse und APA. Derzeit wird der Kodex zur Diskussion gestellt und überarbeitet – alle Interessierten können sich dafür am 17. Jänner und am 15. Februar 2023 einbringen. Stand jetzt werden einige größere Medien (APA, Falter und Heute) sowie kleinere Medien den Kodex umsetzen – mit weiteren sind wir im Gespräch. Unterstützt wird der Kodex unter anderem vom österreichischen Presserat, dem Klimaforschungsnetzwerk CCCA, fjum und dem Presseclub Concordia. Die Podiumsdiskussion zum Klima-Kodex könnt ihr hier nachschauen. Am 02. Februar stellen wir den Kodex auch im Presseclub Concordia in Linz vor – Details folgen.
Von links nach rechts: Alexander Warzilek (Geschäftsführer Presserat), Harald Rieder (Vorstand CCCA), Moderatorin Daniela Kraus (Presseclub Concordia), Johannes Bruckenberger (Chefredakteur APA), Verena Mischitz (Sprecherin Netzwerk Klimajournalismus). | Foto: Österr. Presserat
  • Im Kodex betonen wir unter anderem, dass die Klimakrise ressort- und themenübergreifend mitgedacht werden muss. Dafür braucht es Strukturen in den Redaktionen, die eine eingehende Berichterstattung ermöglichen, und es braucht Weiterbildungsmöglichkeiten. Hier hat sich 2022 einiges getan (eine Auswahl): Journalistischen Fortbildungen zu Klimajournalismus gibt es von  fjum und oema. An der FH Graz entsteht gerade ein zweisemestriger Lehrgang in diesem Bereich. Der ORF bietet für seine Mitarbeitenden laufend Workshops an. Die APA organisierte eine Fortbildung mit den Klimajournalist:innen Sara Schurmann und Ajit Niranjan.

Vielleicht wird 2023 ja das Jahr der Klimastrategie für den Journalismus, wie es die Journalistin und Autorin Alexandra Borchardt prognostiziert. Wir hoffen es.

Und sonst so? – Aktuelle Fakten, Events und Initiativen

TERMINE:

  • Immer dienstags von 17.30 bis 18.45 Uhr findet bis Februar 2023 die kostenlose Vortragsreihe “Klimawissen Online” des CCCA statt.
  • Vom 18. bis 20. Jänner 2023 gibt es beim fjum einen Workshop für Erklärvideos zur Klimakrise, geleitet von Matthias Sdun.

WELTNATURSCHUTZGIPFEL COP 15:

  • Carbon Brief hat die wichtigsten Punkte, die auf der Konferenz beschlossen wurden, zusammengefasst.
  • Wer lieber auf Deutsch liest, findet einen Überblick über das neue globale Artenschutzabkommen im Standard. Ein Erklärvideo von Netzwerk-Sprecherin Verena Mischitz findet ihr hier.

RESSOURCEN:

  • Die Klimakrise ist eine globale Krise, deshalb wollen wir zum Jahreswechsel nochmals diese Datenbank des Oxford Climate Journalism Network und Carbon Brief empfehlen. Sie listet Namen und Kontakte zu möglichen Interviewpartner:innen aus dem Globalen Süden.

SCHON GESEHEN?

  • 2023 wird das Jahr der Klimajournalismus-Strategie für Medien, prognostiziert die Journalistin Alexandra Borchardt für das NiemanLab.
  • ORF-Wetterredakteur Daniel Schrott gibt einen Rückblick auf das Klima-Jahr 2022.

AUS DEM NETZWERK:

LESETIPP:

  • Zum Abschluss noch ein Lesetipp von Vorstandsmitglied Katharina Kropshofer: “Vielleicht sagt Ihnen der Name was: Vor ein paar Jahren schrieb David Wallace-Wells ein Buch namens „The Uninhabitable Earth“, die unbewohnbare Erde. Man braucht viel Mut, um es zu Ende zu lesen. Nun, ein paar Jahre später, ist der Journalist und Autor „optimistischer“: Obwohl wir noch lange nicht im sicheren Bereich sind, steuern wir zumindest nicht mehr auf das „worst case scenario“, auf die Apokalypse zu. Das bedeutet immer noch eine drastisch andere Welt, mir hat es trotzdem Hoffnung gegeben. Ich empfehle Ihnen “Beyond Catastrophe”, erschienen im New York Times Magazine.”

Rutscht gut rüber ins neue Jahr!

Euer Kernteam


Zahl des Monats: 180

So viele Artikel musst du in den heimischen Tageszeitungen lesen, bis du auf einen Text zur Biodiversitätskrise stößt. Natürlich ist das nur ein Durchschnittswert, aber er zeigt: Das sechste Massenaussterben wird kaum thematisiert. Dieses hängt eng mit der Klimakrise zusammen (auch über diese wird nur in jedem 50. Artikel berichtet). Über beide Krisen gemeinsam wird überhaupt nur in jedem 800. Artikel geschrieben, wie ein Artikel im Moment Magazin zeigt, an dem auch Netzwerk-Vorstandsmitglied Lukas Bayer mitgeschrieben hat.