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Neues vom Netzwerk

NOVEMBER: Faktisches Arbeitsverbot, Klimaforschung im Globalen Süden und eine widrige Weltklimakonferenz

Unser nächstes Meeting: Press Briefing zur Weltklimakonferenz COP27

Was erwartet uns auf der Weltklimakonferenz, der COP27 (06. bis 18. November) in Sharm el-Sheik, Ägypten? Welche Informationen brauchen Journalist:innen, um vor Ort oder aus Österreich darüber angemessen berichten zu können?

Dazu veranstalten wir am 4. November (15.00 bis 16.30 Uhr) ein Press Briefing im Designforum Wien, mit dem ägyptischen Klimajournalisten Mohamed Elsonbaty und dem Ökonomen Stefan Schleicher, der am WIFO zu Umwelt und Energie forscht. Mohamed lebt und arbeitet in Brüssel für diverse ägyptische Medien, gibt Trainings zur COP-Berichterstattung und wird per Live-Zuschaltung über seine Perspektive auf die Klimaberichterstattung des globalen Nordens sprechen.

Das Press Briefing findet in Kooperation mit dem Klimadashboard und dem fjum statt. Bei freiem Eintritt gibt es zudem eine Ausstellung des Klimadashboards, Impulsvorträge von bekannten Klimawissenschaftler:innen und Einblicke in und von der COP27 mit den österreichischen Jugenddelegierten.

https://www.youtube.com/watch?v=2Ng2H253vO4

Podiumsdiskussion zum Klima-Kodex

Am 24. Oktober haben wir gemeinsam mit Journalist:innen aus unterschiedlichen Redaktionen in Österreich eine Leitlinie für eine angemessene, klare und konstruktive Klimaberichterstattung präsentiert. Der Klima-Kodex versteht sich als erster Entwurf und soll das Bewusstsein rund um die Klimakrise in Medien und Gesellschaft stärken.

Ziel ist es, den Kodex in die redaktionellen Leitlinien und redaktionsinternen Diskussionen aufzunehmen, um so auch dem gesteigerten Interesse des Publikums in diesem Bereich nachzukommen. Der Kodex ist an die Klimacharta angelehnt, eine Kooperation der Klimajournalismus-Netzwerke in Deutschland und Österreich. Sie kann von einzelnen Journalist:innen und Medienschaffenden unterschrieben werden.

Wie geht es weiter? In den nächsten Monaten veranstalten wir drei Diskussionsveranstaltungen, bei denen sich Interessierte aus dem Medienbereich beteiligen können. Der Klima-Kodex wird im Rahmen dieses Prozesses präzisiert, zudem wird eine Präambel ausgearbeitet. Die Termine stehen bereits fest: am 29.11. (Räumlichkeiten des fjum), 17.1. und am 15.2., Details folgen. Wenn ihr an der Gestaltung mitwirken möchtet, meldet euch bitte hier an.

Warum die Austria Presse Agentur (APA) den Klima-Kodex unterstützt und was Chefredakteur Johannes Bruckenberger für die Klimaberichterstattung der heimischen Nachrichtenagentur plant, lest ihr hier im Interview.

Top/Flop des Monats – Klimaberichterstattung, die aufgefallen ist

TOP

  • Extremwetter in Afrika stark unterbelichtet

Mehr als 4.000 Menschen sind in Afrika seit Jahresbeginn in Folge von Extremwettern ums Leben gekommen. Insgesamt 19 Millionen Menschen waren von den Folgen betroffen. Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen, denn vor allem über die Folgen von Hitzewellen gibt es wenig Daten und wenig Berichterstattung, wie es in der Analyse von Carbon Brief heißt.

Afrika ist für nur 4 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich, der Kontinent leidet aber mit am meisten unter der Klimakrise. Bereits entstandene Schäden und Verluste (sowohl materiell als auch die 4.000 Todesopfer) werden auf der Weltklimakonferenz unter dem Verhandlungspunkt “loss and damage” im Fokus stehen.

Screenshot der interaktiven Karte von Carbon Brief | Extreme weather events in Africa in January-October 2022. Data source: Emergency Events Database (EM-DAT). (Not all extreme events are captured by EM-DAT.) Map by Joe Goodman for Carbon Brief.
Screenshot: Carbon Brief | Extreme weather events in Africa in January-October 2022. Data source: Emergency Events Database (EM-DAT). (Not all extreme events are captured by EM-DAT.) Map by Joe Goodman for Carbon Brief.

FLOP

  • Kaltgestellt wegen kritischer Berichte?

Jürgen Döschner, Gründungsmitglied des Netzwerk Klimajournalismus Deutschland, soll wegen kritischer Berichte zum Hambacher Forst, dem Kohlekonzern RWE und anderen Klimathemen kaum mehr Aufträge erhalten haben, wie das Investigativ-Medium Correctiv.org berichtet.

Correctiv schreibt von einer “faktischen Nichtbeschäftigung”. Döschner soll trotz eines Jahresgehalts von rund 100.000 Euro nur noch höchstens fünf Stunden pro Monat für den WDR gearbeitet haben. Er klagte deshalb mit seinem Anwalt auf 75.000 Euro Schadensersatz, auch die Gewerkschaft ver.di wurde eingeschaltet. Der Fall liegt nun beim Arbeitsgericht Köln.

Und sonst so? – Aktuelle Fakten, Events und Initiativen

TERMINE:

Jeden Freitag um 18 Uhr findet die Online-Vortragsreihe “Wissen4Future” des  CCCA statt. Beim nächsten Vortrag (4. November) geht es etwa um die gesundheitlichen Aspekte der Klimakrise. Alle bisherigen Vorträge können hier nachgeschaut werden.

Am 10. November (12.30-13.30) geht es beim Netzwerk Klimajournalismus Schweiz um Satellitenbilder zur Visualisierung der Klimakrise.

Von 15. bis 17. November finden die BOKU Awareness Days unter dem Motto “Werte im Wandel: Bildung, Diversität und Nachhaltigkeit” statt.

Am 24. November (17.30-19.00) diskutieren Netzwerk-Sprecherin Verena Mischitz, Sandra Walder von der APA und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler auf einem Podium der Austria Presse Agentur über Klimakommunikation. Teilnahme im Stream oder live vor Ort möglich.

RESSOURCEN ZUR WELTKLIMAKONFERENZ COP 27:

WEITERE RESSOURCEN:

  • Das Netzwerk Klimajournalismus Deutschland hat einen monatlichen Newsletter für Einsteiger:innen in den Klimajournalismus gestartet.
  • Das Science-Ressort der APA erklärt im Klima-Glossar die wichtigsten Begriffe rund um die Klimakrise.

SCHON GESEHEN?

JOBS, STIPENDIEN UND PREISE:

AUS DEM NETZWERK:

  • Chapeau! Netzwerk-Sprecherin Verena Mischitz wurde für ihre Erklärvideos im Standard in der Kategorie Nachwuchs mit dem Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet.
  • Netzwerkmitglied Lukas Bayer erklärte im Podcast “Anna spricht mit…” der Salzburger BezirksBlätter unter anderem, wie wichtig (Lokal)Journalismus in der Klimakrise ist.

Bis bald!

Euer Kernteam


Zahl des Monats: 3,4

Um so viel Grad Celsius war der diesjährige Oktober wärmer im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Das Mittel auf den Bergen Österreichs lag sogar um 4,2 °C höher. Damit war diesjährige Oktober laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) der wärmste der Messgeschichte. Erstmals gab es in einem Oktober zudem eine Tropennacht in Österreich.