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Mai: Stammtisch mit Andreas Sator

Konstruktiver Journalismus im Podcasting? Welche Werbedeals sollte man eingehen? Darüber haben wir mit Andreas Sator, Journalist und Host des Podcasts ”Sonne & Stahl”, bei unserem letzten Stammtisch gesprochen.

Die Kernpunkte:

  • Podcasts hält Sator für ein gutes Format, weil so auch Debatten über sehr emotionale Themen möglich werden. “Wenn es ums Auto, Fleisch oder Fliegen geht, werden Diskussion oft sehr hitzig geführt. Beim gesprochenen Wort, wo man einander nüchtern und menschlich gegenübertritt, kann man einfach besser diskutieren. Auch, weil man viel mehr Zeit hat.”
  • Die Brisanz und Dringlichkeit der Klima-Themen sei bei vielen noch nicht angekommen, findet Sator. “Es heißt immer, man soll nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Aber gewisse Notwendigkeiten und Realitäten aufzuzeigen, auch auf die Gefahr hin, dass man sich dann vorhalten lassen muss, dass man ein Aktivist ist und kein Journalist, muss sein.”
  • Konstruktiven Journalismus erachtet Sator als sehr wichtig. “Ich möchte mit neuen Lösungen das Gefühl vermitteln, dass es nicht nur negative Nachrichten gibt, sondern auch viele Menschen mit sehr guten Ideen. Mittlerweile frage ich auch immer: Wenn es so viele Lösungen gibt, warum haben wir sie denn noch nicht umgesetzt?”
  • Wer in den Podcasts Werbung schaltet, entscheidet Sator von Fall zu Fall. “Um meine Arbeit zu machen, muss ich sie finanzieren können”. Seine Einnahmen legt Sator auf seiner Website offen.

Stipendien für die Klimajournalismus Summerschoool

Frist verlängert: Gemeinsam mit dem Forum Journalismus und Medien fjum vergeben wir 12 Stipendien für Journalist:innen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, die bei unserer Klimajournalismus-Summerschool in Hallstatt im Salzkammergut mitmachen möchten. Diese findet im Rahmen der Klimajournalismus Akademie von 21. bis 24. Juli statt. Die Teilnehmenden setzen eine digitale Klima-Story um und werden dabei von Clara Porák (freie Journalistin, Netzwerk Klimajournalismus), Katharina Kropshofer (Falter, Netzwerk Klimajournalismus) und Chris Cummins (ORF, FM4 klimanews) begleitet. Bis zum 12. Juni könnt ihr euch bewerben.

Mehr Infos

Top/Flop des Monats – Klimaberichterstattung, die aufgefallen ist

TOP

  • Woman mit “Blick in die Zukunft”

“Die Klimakrise berührt bereits heute alle Bereiche unseres Lebens und damit alle Bereiche des Journalismus. Klimajournalismus verdeutlicht die Krise und zeigt Ursachen, Folgen und Auswege auf” – das ist einer der Grundsätze unserer Klimacharta. Was wir damit meinen, zeigt das österreichische Frauen- und Lifestyle-Magazin Woman auf eine schöne Weise: Unter dem Titel “Blick in die Zukunft” behandelt die Ausgabe vom 12. Mai verschiedene Bereiche rund um die Klimakrise – von leichteren Themen wie Fair Fashion und nachhaltigem Reisen bis hin zu schwierigen Fragen wie Klimaangst und ob man trotz Klimakrise Kinder kriegen soll.

FLOP

  • Debatte um Reservierungspflicht in ÖBB-Zügen entgleist

Gerade wird viel über rausgeworfene Fahrgäste und eine mögliche Reservierungspflicht in den Zügen der ÖBB berichtet (etwa hierhier oder hier). Gleich vorweg: eine Reservierungspflicht wird es nicht geben. Laut ÖBB wurde auch niemand “stehengelassen”, zudem wurden Ersatzbusse und zusätzliche Zuggarnituren organisiert. Was bleibt, ist ein verkopftes Problem der Nachrichtenlogik.

Es war absehbar, dass es mit dem Klimaticket und der notwendigen Verlagerung der Mobilität auf den öffentlichen Verkehr zu Umstellungsproblemen kommen wird. In den Medien werden solche kurzfristigen Probleme aber meist erhöht, wie Historiker Valentin Schwarz kritisiert. Langfristige Chancen auf ein besseres Leben und Risiken (die Katastrophe des Nichtstuns) würden dagegen nur abstrakt und unpersönlich behandelt werden – wenn überhaupt: In den meisten Artikeln wird auf die Klimakrise gar nicht erst eingegangen.

Und sonst so? – Aktuelle Fakten, Events und Initiativen

TERMINE:

  • Am 3. Juni (Wien) wird an der WU Wien über gerechte Klimapolitik diskutiert.
  • Am 14. Juni (Wien) findet der diesjährige Austrian World Summit statt.
  • Am 24. Juni (Wien) wird beim ASQ BarCamp über die Klimakrise und mögliche Lösungen diskutiert.
  • Ebenfalls am 24. Juni (10.00-11.30 Uhr, online) erklärt Marcus Bösch im klimaaktiv-Webinar Klimakommunikation auf der Plattform TikTok.
  • Vom 28. bis 30. Juni (Wien) findet das “4Gamechanger Festival“ von ORF und Puls24 statt.
  • Weitere Termine findet ihr HIER.

RESSOURCEN:

  • Klimafakten.de hat einen Leitfaden zur Berichterstattung über Wetterextreme erstellt – ebenso die World Weather Attribution.
  • Covering Climate Now hat einen Leitfaden zu Lebensmittel, Wasserversorgung und deren Zusammenhang mit der Klimakrise erstellt.

SCHON GESEHEN?

  • Was passiert, wenn das Wasser ausgeht? Das beantworten Mona Harfmann und Sandra Schober (beide ORF.at) in einem lesenswerten Explainer.
  • Der YouTube-Kanal klima:neutral erklärt Desinformationsstrategien der Klimawandel-Leugner in 7 Minuten.
  • In der ZDF-Politsatire “Die Anstalt” wird auf unterhaltsame Weise die Rettung der Menschheit vor der Klimakatastrophe durchgespielt.

BÜCHER:

  • Michael Lohmeyer, Umweltjournalist bei der Tageszeitung Die Presse und Netzwerk-Mitglied, fasst die 50 größten Öko-Lügen auf 240 Seiten zusammen.

JOBS, STIPENDIEN UND PREISE:

AUS DEM NETZWERK:

  • Netzwerk-Mitgründerin Katharina Kropshofer hat bei Puls24 über Wetterextreme gesprochen.

SONSTIGES:

  • Das “transform Magazin” hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet und freut sich über Unterstützung für lösungsorientierten Indie-Journalismus.

Unser nächstes Treffen

Am 9. Juni um 18.00 Uhr (Amerlingbeisl, Wien) gibt uns Medienforscher Andy Kaltenbrunner einen Überblick über die Medienszene Österreichs.

Für das Medienhaus Wien veröffentlicht er regelmäßig Studien zu Themen wie Diversität, Transparenz oder Insaratenpolitik. Gemeinsam mit dem Gallup Institut hat er sich zudem angesehen, wie Rezipienten die mediale Berichterstattung über die Klimakrise wahrnehmen.

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Auf bald

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