Stipendien „Vermitteln inmitten des Klima- und Umweltnotstands“ zum 3. Mal vergeben

Stipendium unterstützt wieder herausragende Rechercheideen zu Klima- und Biodiversitätskrise. Erstmals werden auch Teams aus dem Globalen Norden und Globalen Süden ausgezeichnet.

Das mit dreimal 5.000 Euro dotierte Journalismus-Stipendium “Vermitteln inmitten des Klima- und Umweltnotstands” geht bereits in die dritte Runde. Ausgezeichnet werden dieses Jahr die freie Journalistin Svenja Beller, sowie zwei Teams bestehend aus Journalist:innen des Globalen Nordens und des Globalen Südens: Philipp Lemmerich und Alexandre Nhampossa, sowie Lisa Kuner und Céclia do Lago. Gestiftet wurden die Stipendien von Norbert Mayr (M2plus) und Siegfried Igler (Neues Leben), Geschäftsführer der Projektpartner des Wohnquartiers MGG22. 

Journalist:innen aus ganz Österreich und Deutschland reichten knapp 30 Bewerbungen ein. Drei überzeugten die Jury aus Mitgliedern des Österreichischen Biodiversitätsrats, des Netzwerk Klimajournalismus Österreich und der internationalen Klimajournalismusinitiative “Covering Climate Now” besonders: Die Preisträgerin Svenja Beller wird sich in ihrer Recherche dem unterschätzten Potential von Plankton widmen. Philipp Lemmerich und Alexandre Nhampossa setzen auf ein lokales Beispiel: Wie das kleine afrikanische Land Mozambique der Klimakrise trotzen will. Lisa Kuner und Céclia do Lago widmen sich den falschen Versprechungen rund um grünen Wasserstoff in Brasilien. 

Franz Essl, Ökologe und Mitglied der Jury seitens des Österreichischen Biodiversitätsrats: „In vielen eingereichten Beiträgen ist es gelungen, die Folgen der Umweltkrise in einer spannenden Erzählung sichtbar werden zu lassen. Das ist extrem wichtig. Ich sehe der Umsetzung der prämierten Projekte mit Spannung entgegen.” Ebenso Mitglied der Jury für das Netzwerk Klimajournalismus war Katharina Kropshofer, Journalistin bei der Wiener Wochenzeitung “FALTER”: „Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen. Ich freue mich aber, dass wir dieses Jahr einen Fokus auf internationale Teams und Recherchen im Globalen Süden setzen können.”

Dr. Norbert Mayr, Ideengeber und Stifter des Stipendiums sowie Geschäftsführer der M2plus, erläutert den neuen Fokus des Stipendiums: „Unser problematisches ‘Nord-Süd-Gefälle’ verzerrt die globalen Umwelt- und Klimathemen auch in ihrer medialen Präsenz; den überfälligen Perspektivenwechsel soll meine Idee gemischt-gemeinsamer Recherche-Teams fördern.”

Auf einer Veranstaltung stehen vor einem Roll-Up des Netzwerk Klimajournalismus von links nach rechts Jury-Mitglieder Franz Essl (Biodiversitätsrat Österreich), Katharina Kropshofer (Netzwerk Klimajournalismus Österreich) neben Stifter Norbert Mayr (M2plus) und rechts steht das dritte Jury-Mitglied der Stipendienvergabe Santiago Sàez Moreno (Covering Climate Now)
Die Stipendien übergaben Jury-Mitglieder Franz Essl (Biodiversitätsrat Österreich), Katharina Kropshofer (Netzwerk Klimajournalismus Österreich) sowie Stifter Norbert Mayr (M2plus) und ebenfalls Jury-Mitglied Santiago Sàez Moreno (Covering Climate Now) (v.l.n.r.). Foto: Netzwerk Klimajournalismus Österreich/Ralf Waldhart

➡️ Alle Infos zum Stipendium findet ihr hier


Weiterführende Links:

Über das Netzwerk Klimajournalismus
Das Netzwerk Klimajournalismus ist eine medienübergreifende Initiative. Ziel ist es, Journalist:innen und Medienschaffende, die sich mit Themen rund um Klima- und die ökologische Krise beschäftigen (wollen), zu vernetzen. Unsere Arbeit finanzieren wir vor allem über Spenden und Mitgliedschaften. Rund 70 Mitglieder haben wir bereits.

Über den Österreichischen Biodiversitätsrat
Der Österreichische Biodiversitätsrat ist die unabhängige Stimme für Biodiversität in Österreich und übernimmt dabei die Vertretung des Netzwerks Biodiversität Österreich (300 teilnehmende Personen und Organisationen). Der Rat besteht aus 24 Forscher:innen und Expert:innen der Bereiche Biodiversität, Ökologie, Landschaftsplanung, Naturschutz, ökologische Ökonomik, Agrarökonomie und Politikwissenschaften. Im Mittelpunkt der Arbeit des ÖBDR stehen die 5 Kernforderungen zum Schutz der Biodiversität in Österreich.

Über Covering Climate Now Die US-amerikanische Initiative Covering Climate Now unterstützt, vernetzt und schult Journalist:innen und Medienhäuser, um gründliche Klimaberichterstattung zu fördern, die Medienkonsument:innen begeistern kann. Mit hunderten Partnermedien aus mehr als 60 Ländern hilft CCNow Journalist:innen informativere und ansprechendere Berichterstattung über die Klimakrise und potentielle Lösungen zu produzieren.


Die bisherigen Stipendiat:innen

Céline Weimar-Dittmar (2025) ist freie Journalistin. Sie hat die Reisen des Europäischen Aals verfolgt und Antworten auf offene Rätsel gesucht: etwa, was das Sterben des Aals für Ökosysteme und Menschen bedeutet. Folgende Veröffentlichungen waren mithilfe des Stipendiums bereits möglich:

➡️ https://www.deutschlandfunkkultur.de/delikatesse-aal-von-der-sargassosee-auf-den-teller-100.html

➡️ https://taz.de/Ein-Fisch-stirbt-aus/!6180064/

Christine Mayrhofer (2025) von der Presse widmete sich in ihrer Recherche dem Kampwald, der – Auf Ansinnen der Politik – zum dritten Nationalpark in Niederösterreich werden soll. Ihre Beiträge werden demnächst veröffentlicht.

➡️ https://www.diepresse.com/41152443/projekt-kampwald-ein-nationalpark-zwischen-stausee-naturschutz-und-i

➡️ https://www.diepresse.com/41155666/projekt-kampwald-ein-nationalpark-zwischen-stausee-naturschutz-und-ii

➡️ https://www.diepresse.com/41208727/wald-tal-fluss-was-wurde-aus-dem-geplanten-nationalpark-im-waldviertel#slide-1-1

Verena Ahne (2025) hat den Anerkennungspreis für das Recherchieren von Wildniszonen erhalten. Die freie Journalistin untersucht dabei, wie die Etablierung von Wildniszonen funktionieren kann und welche Konflikte es zwischen Natur und menschlicher Nutzung gibt. Ihre Beiträge werden demnächst veröffentlicht.

Marie Anna Kermer (2024), freie Journalistin im deutschsprachigen Raum, überzeugte die Jury mit dem Vorhaben, auf der Biodiversitätskonferenz 2025 in Kolumbien die Ausgestaltung der 30×30-Ziele mitzuverfolgen und die Unterstützung beim Biodiversitätsschutz durch die Bevölkerung des artenreichen Gastgeberlands zu recherchieren. Folgende Veröffentlichungen wurden durch das Stipendium finanziert: 

➡️ https://www.falter.at/zeitung/20241105/ein-zerstoererischer-ablasshandel

➡️ https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2024-10/weltnaturgipfel-cali-cop-16-vereinte-nationen-ergebnis

➡️ https://www.derstandard.de/story/3000000242035/die-hueterinnen-der-wildnis

Anna Stockhammer und Katrin Fischer (2024) von der Kleinen Zeitung in Graz punkteten mit einer gemeinsam eingereichten Rechercheidee zu den bereits direkt spürbaren Folgen des Klimawandels in der Südsteiermark, welche in den vergangenen Jahren stark von Überflutungen betroffen war. Sie konnten durch das Stipendium folgende Beiträge veröffentlichen: 

➡️ https://www.derstandard.at/story/3000000272828/ein-jahr-nach-der-flut-deutschfeistritz-wartet-weiter-auf-hochwasserschutz

➡️ https://www.falter.at/zeitung/20250729/wie-eva-schwab-gemeinden-beim-entsiegeln-hilft

➡️ https://www.wienerzeitung.at/a/ein-jahr-nach-der-flut-wenn-wir-weiter-warten-schwimm-ich-wieder-

Schließlich beurteilte die Jury die Einreichung von Lucia Steinwender (2024) als nahezu gleichwertig zu jenen der Hauptstipendiatinnen. Eine umfangreiche Recherche zum Lithiumabbau am Balkan soll die regionalen Probleme für die Biodiversität und die Bevölkerung aufwerfen. Nach Rücksprache mit den Stiftern konnte die Jury einen zusätzlichen Anerkennungspreis in Höhe von 2.500 Euro für diese Einreichung vergeben und damit folgende Beiträge unterstützen:

➡️https://oe1.orf.at/programm/20241030/773393/Mega-Bassines-Wasserwirtschaft-in-der-Klimakrise

➡️ https://oe1.orf.at/programm/20250729/801584/Schmutziges-Geschaeft-Lithiumabbau-in-Bosnien

➡️ https://www.deutschlandfunkkultur.de/schmutziges-geschaeft-lithiumabbau-auf-dem-balkan-100.html

➡️ https://www.republik.ch/2024/12/13/im-lithiumrausch